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BEWUSSTE WAHRNEHMUNG

Der ehemalige Schweizer Skirennfahrer und OCHSNER SPORT Botschafter Daniel Albrecht lebt mit seiner Familie im Wallis. Nach der aktiven Laufbahn liess er sich zum Mentaltrainer und Skilehrer ausbilden, denn Sport und ein ganzheitliches Gesundheitsbewusstsein sind ihm wichtig. Auch beim Bau seines Eigenheims hat er sich ganz bewusst für eine traditionelle Bauweise entschieden. Holz spielt dabei eine wichtige Rolle.

TEXT BIRTE MUSSMANN | FOTOS JANOSCH ABEL

Anfangs mag es komisch erscheinen, wenn ein ehemaliger Skirennfahrer berichtet, dass er sich nun auf den Bau von Holzhäusern – sogenannten Mondhäusern – spezialisiert hat. Das ist nicht unbedingt naheliegend. Wer sich allerdings mit dem Lebenslauf von Daniel Albrecht genauer auseinandersetzt, der wird schnell feststellen: Es ist nur ein weiteres Puzzleteil in seiner Vita, das sich logisch in das grosse Ganze fügt. Denn aufgrund seiner Verletzung nach dem schweren Sturz auf der Streif musste sich der 36-Jährige genau mit seinem Körper und seiner Gesundheit auseinandersetzen. Dazu gehörte auch die Grundfrage: Wo und wie will ich eigent-lich mit meiner Familie leben? Die Suche nach der Antwort führte ihn zurück zu traditionellen Bauweisen und dem Bewusstsein für den positiven Einfluss der Natur auf den Körper. Im Interview erzählt der gebürtige Walliser, wie seine Vision vom modernen Wohnen aussieht.

Du bist mit deiner Familie in deinen Heimatort gezogen. Er ist ruhig, beschaulich und von Natur umgeben. Waren das Aspekte, die dir besonders wichtig waren?
Daniel Albrecht: Ja, auf jeden Fall. Dieser Ort ist für mich Heimat. Ausserdem habe ich das Gefühl, dass es arbeitstechnisch immer weniger relevant wird, wo du wohnst. Das Wie ist relevanter – auf jeden Fall für meine Familie und mich. Und da sich für uns in Fiesch die Möglichkeit geboten hat, unser Holzhaus-Projekt in die Tat umzusetzen, war und ist es einfach der perfekte Ort.

Gehen wir ein bisschen mehr auf die Häuser ein. Wofür steht denn die Bezeichnung «Mondhaus» genau?
Der Name bezieht sich auf das Holz, aus dem diese Häuser gebaut werden. Die Mondhaus-Bäume werden im Spätherbst und Hochwinter geschlagen, wenn das Holz am wenigsten Saft enthält und von Pilzen und Schädlingen gemieden wird. Durch zusätzliches Ruhenlassen nach dem Fällen wird das Holz noch trockener, was Zeit und Energie spart beim abschliessenden Trocknungsprozess. Es ist besonders hart, stabil, haltbar und resistent gegen Schädlinge.

Das heisst, die Philosophie beruht auf altem Forstwissen?
Genau. Unsere Vorfahren haben es uns vorgemacht. Aus den Bäumen wurden dann Balken und Bretter. Die Zimmer-männer bearbeiteten das Holz, machten Kerben und Verbindungen und richteten Balken um Balken aufeinander. Das alles funktioniert auch heute noch. Ich wohne jetzt in einem Haus, das fast komplett aus «Gommer Holz» gebaut wurde: Gebäudehülle, Decke, Wände, Böden, Möbel, alles unbehan-delt – ohne Leim, ohne Chemie, ohne künstliche Isolation – nur Holz. Dieses natürliche Wohnklima ist einzigartig.

Wie kam es denn dazu, dass dein Interesse für das Thema Holz geweckt wurde?
Das hängt viel mit meinem Ski-Unfall zusammen. Im Nachgang musste ich mich zwangsläufig damit auseinandersetzen, was gut für meinen Körper ist. Und das führte mich irgendwann zu dieser traditionellen Bauweise. Es gibt viele Experten, die davon überzeugt sind, dass der Körper wahrnimmt, ob wir uns mit natürlichen Baustoffen oder künstlichen umgeben – und darauf auch dementsprechend positiv oder negativ reagieren. Die Natur ist nun mal unser ursprüngliches Habitat. Ich bin überzeugt davon, dass diese Wurzeln tief in uns verankert sind und wir daher dafür sensibilisiert sind. Das hat für mich auch keinesfalls einen esoterischen Touch, sondern ist eben – ganz natürlich.

Wir sollten uns also mehr auf die Natur zurückbesinnen?
Die Menschen wollen wissen, woher das Essen kommt, das sie kaufen. Oder die Kleidung. Beim Wohnen ist da aus meiner Sicht noch ein wenig Luft nach oben. Ich bin mir aber sicher, dass sich das in den kommenden Jahren ebenfalls ändern wird. Wir müssen nur nach Skandinavien schauen, da leben sie es uns vor. Dieser Einklang mit der Natur hat mich im hohen Norden schon immer beeindruckt. Auch wenn es mir früher nicht so ganz bewusst war, merke ich heute nach und nach, dass da während meiner Reisen etwas als sehr positiv in Erinnerung geblieben ist. Dort ist diese natürliche Lebensweise auch schon mehr in den urbanen Raum vorgedrungen. Holzhäuser gehören für mich keineswegs nur in ländliche Gegenden.

Abschliessend: Was würdest du einem Skeptiker mit auf den Weg geben?
Ich würde ihm eine ganz einfache Frage stellen: Wenn du einen Hund hättest, würdest du ihm eine Holzhütte hinstellen oder eine Plastikhütte? Vielleicht sollten wir einfach mehr solche Denkanstösse aufnehmen. Es lohnt sich, seine Umgebung bewusst wahrzunehmen. Neben einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung ein weiterer wichtiger Aspekt für unsere Fitness und mentale Gesundheit.