OCHSNER SPORT Coach goes South Africa

Begleite den OCHSNER SPORT Coach Urs Gerig am härtesten Mountain Bike Rennen der Welt - dem Cape Epic.

Das Cape Epic ist ein seit 2004 jährlich im März in Südafrika stattfindendes Mountainbike-Etappenrennen. Das Cape Epic gilt aufgrund der extrem hohen Temperaturen, starken Winden, Dürre und anspruchsvollen Singletracks als eines der härtesten der Welt

Kein Wunder, fühlen sich die besten Mountainbiker der Welt (der letztjährige Gewinner und OCHSNER SPORT Botschafter Nino Schurter ist ebenfalls dabei) vom Etappenrennen in Südafrika beinahe magisch angezogen. Das Cape Epic ist aber nicht ausschliesslich ein Rennen für professionelle Mountainbiker - auch Amateure dürfen teilnehmen. So nimmt 2018 auch der OCHSNER SPORT Coach Urs Gerig am Rennen teil. Und fährt mit niemand geringerem als der Schweizer Radsportlegende Thomas Frischknecht im Team. Jeden Tag wird eine Etappe gefahren.

Und du kannst hautnah dabei sein! Im folgenden Tagebuch findest du spannende, lustige und erstaunliche Erlebnisse von OCHSNER SPORT Coach Urs Gerig am Cape Epic.

 


 

Ich bin dann mal in Südafrika...

Als langjähriger Masseur und Betreuer von Thomas Frischknecht (Frischi), haben wir das Cape Epic schon zweimal zusammen bestritten. Bis jetzt haben wir es jeweils als „Veloferien“ bezeichnet, da wir uns konditionell nie optimal vorbereitet haben. Dafür waren wir nach dem Cape Epic jeweils in Topform!

Dieses Jahr war alles anders: Als mich Frischi vor ein paar Wochen fragte, ob ich wieder mitfahren möchte, war meine Antwort: „Ja, wenn wir nicht gewinnen müssen!“

„Wir müssen nicht gewinnen“, war seine Antwort. Trotzdem haben wir uns für das Cape Epic 2018 viel besser vorbereitet. Denn mit starken, trainierten Beinen, macht das Biken einfach viel mehr Spass! Also waren wir im Februar für fünf Tage, bei misslichem Wetter und kalten Temperaturen, in Mallorca, um uns vorzubereiten.

Da ist auch das Selfie von Frischi und mir im Trainingslager auf Mallorca entstanden.

Das Wichtigste für die erfolgreiche Teilnahme am Cape Epic, beziehungsweise um das Rennen überhaupt bis zum Ende durchzustehen, ist der Weg, also die Vorbereitung, dorthin! Dabei ist vor allem wichtig, möglichst viel gemeinsame Zeit mit dem Teampartner zu verbringen. Das muss nicht unbedingt auf dem Mountainbike sein. Auch Langlauf- oder Skitouren sind eine super Vorbereitung. Solche gemeinsamen Erlebnisse „schweissen“ zusammen und helfen dir während dem Rennen enorm.

Die Teilnahme ist eigentlich nur das Tüpfelchen auf dem „i". Wir werden eine Woche lang gemeinsam Höhen und Tiefen erleben. Das Cape Epic ist ein Mikrokosmos in dem jeder einzelne ein Rolle spielt und in dem es vor allem um Mountainbiken, Natur und Freundschaft geht. Nur wenige im Teilnehmerfeld sind Profis. Die meisten sind Freizeit-Mountainbiker, die sich mit der Teilnahme einen Lebenswunsch erfüllen.

Die Hauptrollen in diesem „Film“ werden hoffentlich die beiden andern Scott-SRAM Teams mit den letztjährigen Gewinnern Nino Schurter/Mattias Stirneman und Andri Frischknecht/Michiel Vander Heide spielen.

Frischi und ich spielen gerne die Nebenrolle, haben dafür aber mindestens doppelt so viel Spass! Ich bin gespannt wie es dieses Jahr läuft. Ein Etappenrennen wie das Cape Epic hat seine eigenen Gesetze und man weiss nie so genau, was einen erwartet. Es kann viel passieren: Defekte, Krankheiten, Stürze, und so weiter. Mit meinem besten Freund teilzunehmen ist schon sehr speziell und wird sicher ein super Erlebnis. Mein Motto ist jedenfalls (das von Frischi kenne ich noch nicht, der ist schon vor mir nach Südafrika geflogen) sich zwar zu fordern, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht! Als „alte Knacker“ müssen wir uns und der Welt ja nichts mehr beweisen. Frischi ist dreifacher Weltmeister, Olympia-Silbermedaillengewinner und eine lebende Radsport-Legend und ich, ich bin der „OCHSNER SPORT Coach“ ;)

Ich freue mich auf den Prolog am Sonntag, dann gehts endlich los! Natürlich halte ich euch ständig auf dem Laufenden.

Bis bald, dein OCHSNER SPORT Coach


Vorbereitung mit "Yanick the Mechanic"

 

Teammechaniker Yanick „Yanick the Mechanic“ beim Feintuning meines Scott RC 900 (Scott-SRAM Team Edition) mit ablenkbarer RockShox Sattelstütze.

Beim Cape Eric fährt man wegen den vielen Dornen und spitzen Steinen schlauchlos. Das Reifeninnere wird mit einer speziellen Latexmilch gefüllt, welche allfällige Löcher direkt ausfüllt und dafür sorgt, dass der Fahrer nahtlos weiterfahren kann. Aber darum kümmert sich "Yanick the mechanic" - ein super Typ und ein fast noch besserer Mechaniker :)


PROLOG - "Ziel erreicht!"

Der erste Tag am Cape Epic war heiss und staubig aber mit wunderbarem Ausblick auf das Meer und die Bucht von Kapstadt. Unsere Fahrt war zügig aber nicht mega schnell, denn die Woche ist noch lange und wir wissen, dass es noch härter werden wird.

Unser Ziel für den Prolog war, dass wir in der morgigen Etappe aus dem ersten Block, direkt hinter den Top-Teams, starten können - das haben wir erreicht! 

Auch die anderen aus unserem Team Nino/Matthias, Andri/Michael haben einen guten Tag erwischt - mit den Rängen vier und neun starten sie ganz vorne. 

Morgen geht das Cape Epic richtig los! Für die einen ein knallhartes Rennen, für die andern ein unvergessliches Abenteuer. Wir sind jedenfalls bereit und heiss auf den Start. Morgen berichte ich euch von der ersten Etappe. Ich kann es kaum erwarten. 

Euer OCHSNER SPORT Coach


ETAPPE 1 - „Gedrückte Stimmung in Südafrika“

Ein schwarzer Tag für das Team Scott-SRAM. Sieg und Niederlage, Glück und Pech - nirgends wird das transparenter als im Sport. Letztes Jahr holte das Duo Nino Schurter und Matthias Stirnemann noch den Gesamtsieg. Mit den Jungen Andri Frischknecht und Michel van der Heiden, welche zwei Etappensiege feiern konnte und dem Mixed-Team um Frischi und der Olympiasiegerin Jenni Risveeds war das Scott-SRAM-Team das erfolgreichste im letzen Jahr.

Dieses Jahr ist alles anders - Matthias Stirnemann musste heute das Rennen aufgeben und wurde mit einer Infektion zur weiteren Untersuchung ins Spital eingeliefert. Die Stimmung im Team ist natürlich gedämpft. Doch diese Truppe ist nicht umsonst so erfolgreich! Aus Niederlagen lernen wir und schauen vorwärts . „positiv thinking“ liegt in der DNA des Scott-SRAM Mountainbike Team.

Frischi und ich hatten einen gutenTag und sind zufrieden mit unserer Leistung. Wir beendeten die Etappe auf Rang 8 in der Kategorie der „alten Hasen“. Jetzt muss ich mich gehörig ausruhen und mit Frischi noch die morgige Etappe besprechen. Hoffen wir, morgen läuft es dem ganzen Team besser. Das Wichtigste ist aber, dass Matthias Stirnemann bald wieder gesund wird.

Ihr hört jedenfalls bald wieder von mir.

Euer OCHSNER SPORT Coach


ETAPPE 2 - „Wo sind meine Veloferien geblieben?“

Wir gehen nach Südafrika in die „Veloferien“. Das wird lustig. Haben wir gesagt. Vor ein paar Wochen. Als wir es noch nicht besser wussten.

Doch für „Veloferien“ sind die Etappen einfach zu lang. Zu anstrengend. Und unser Ehrgeiz zu hoch.

Trotzdem bin ich happy. Frischi beeindruckt mich immer mehr. Mit ihm lerne ich jeden Tag dazu. Und ich glaube, er ist sich dessen gar nicht bewusst. Natürlich bleibe ich cool, nicke selbstsicher und lasse ich mir nichts anmerken :) Aber als alter Profi weiss Frischi ganz genau, welches Hinterrad wir nehmen müssen, um möglichst energiesparend durch die Flächen zu kommen. Die vielen Sand-Passagen und die Kurven fährt er technisch so fein, dass ich nur versuchen muss, seine Linie zu halten, um möglichst gut über die Runden zu kommen. Eigentlich ist es mein einziges Ziel, möglichst dicht an seinem Hinterrad zu fahren, entspannt zu bleiben und vom Windschatten zu profitieren. Also eigentlich genau so wie wir es auf Mallorca trainiert haben. Und eigentlich doch ein wenig wie Bikeferien :)

Die SCOTT-SRAM Young Guns kommen immer besser in Fahrt. Die heutige Etappe beendeten sie auf dem fünften Rang. Wir, die SCOTT-SRAM old dudes wurden heute achter und bleiben somit auf dem 9. Zwischenrang.

Bis morgen, euer OCHSNER SPORT Coach


ETAPPE 3 - „Jungs, habt ihr Spass?“

Auf dem Weg zum Start hat mich der vierfache Cape Epic Gewinner Karl Platt gefragt, ob wir Spass an den Etappen haben. Das hat mich angespornt und habe daraus gleich mein Tagesmotto gemacht. Und ich hatte wirklich Spass! Zumindest bis zirka 30 km vor dem Ziel. Bei einer Abfahrt war ich kurz unachtsam. Und schon rutschte mir das Hinterrad in in einer sandigen Kurve weg und ich am Boden! Eigentlich nichts schlimmes, das ist mir schon „tausend“ mal passiert. Doch also ich wieder aufsteigen wollte, habe ich schnell bemerkt, das etwas nicht stimmt. Der Aufprall war so unglücklich, dass der Lenker mitsamt Vorderbremse und Dämpfung gebrochen ist. Ich habe schon mit dem Schlimmsten gerechnet, denn in solch einem Zustand ist ein Bike in anspruchsvollem Gelände nur schwer fahrbar. Doch zum Glück bin ich nicht mit irgendjemandem im Team. Sondern mit Frischi. Und Frischi kann das! Wir tauschten unsere Bikes und sind trotzdem auf Rang 7 ins Ziel gekommen. Danke, Frischi!

Die Bikes getauscht und trotzdem auf den siebten Rang gefahren. Das nenn ich Glück im Unglück! Leider git es auch „Bad News“ betreffen den Young Guns. Bei einem der Verpflegungsposten erkundigte sich Frischi nach seinem Team. Die Antwort war erschreckend. Frischis Sohn (Andri Frischknecht) musste mit Knieschmerzen das Rennen aufgeben! „When the shit hits the fan“ kann man da nur noch sagen. Ich hoffe Karl Platt hatte auch seinen Spass. Er beendete die Etappe mit dem Schweizer Urs Huber (Team Bulls) auf Rang elf.

Grüsse, dein OCHNSER SPORT Coach


ETAPPE 4 - Schnee in Südafrika?

Das Terrain der heutigen Etappe hat uns gefallen. Gute Radfahrer werden im Winter „gemacht“. Ein gutes Wintertraining zahlt sich im Sommer immer aus. Wer im Winter Biken geht, lernt auch auf Schnee zu fahren. Was nicht nur besonders viel Spass macht, sondern auch deine technischen Fähigkeiten trainieren. Im Sand zu fahren ist nicht viel anders. Es war fast schon unterhaltsam zu sehen wie viele top trainierte Biker technisch überfordert waren, vom Rad steigen mussten und die Sandpassagen zu Fuss zurück legten. Der Vorteil war auf unserer Seite, was sich mit einem fünften Rang bemerkbar machte.

Wir heissen jetzt übrigens inoffiziell nicht mehr „Old Dudes“, sondern (nach der Abreise der anderen beiden Teams) „SCOTT-SRAM Leftovers“ ??

Masseur und Koch Pieter sowie der Mechaniker Kurt sind für uns hiergeblieben. Das macht uns die restlichen Etappen einiges leichter. Du hörst bald wieder von mir.

Dein OCHNSER SPORT Coach


Etappe 5 - Wie im richtigen Leben!

Während einem Rennen wie dem Cape Epic darf man gar nicht zu viel studieren, sondern nur ans Radfahren denken. Das klingt zwar leicht, ist aber nicht immer ganz einfach umzusetzen. Fokussiert, entspannt und trotz aller Krisen positiv zu denken ist gar nicht so einfach. Der Körper sendet einem nämlich laufen Signale, die einem vom schnelleren Radfahren abbringen möchten. „Hallo, meine Beine schmerzen, sie brauchen eine Pause!“, „Nur ein bisschen langsamer und es wäre schon viel angenehmer.“

Doch irgendwann findet man sich damit ab, dass es hart ist. Und du denkst nur noch: „Da muss ich jetzt durch! Das habe ich bei den ersten zwei langen Anstiegen auch durchgemacht. Wurde aber mit einer superschönen Singeltrail-Abfahrt ins Ziel belohnt.

Übrigens war ich Gestern Abend mit Robbie McEwen, einer der ehemals Weltbesten Sprinter, ein Bier trinken. Er sagte mir noch: „Wenn du dich nicht quälen willst, dann ziehe einfach keine Startnummer an. Wenn du aber eine anziehst, dann gib alles!“

Danke für den Tipp, Robbie!


Etappe 6 - Die wahren Helden

Heute möchte ich über die wahren Helden des Cape Epic berichten: Den Müttern mit Jobs und und wenig Freizeit, den Sachbearbeitern, Maurern und Familienvätern. Alles passionierte Mountainbiker zwar, aber immer noch Hobby-Athleten. Sie haben sich mit der Teilnahme am Cape Epic einen grossen Wunsch, der mit vielen Entbehrungen verbunden war, erfüllt. Sie haben neben der Arbeit trainiert und gespart um hier teilnehmen zu können. Kämpfen sich von einer Verpflegungsstation zur nächsten. Manchmal sogar gegen den Kontrollschluss. Viele sind mehr als doppelt so lange unterwegs wie die Schnellsten.

Diese Teams kommen zum Teil ins Ziel, wenn die andern bereits im Zelt vor ihrem Abendessen sitzen. Ausgerechnet die, die es am nötigsten hätten, bekommen am wenigsten Erholung. Denn bevor an Massage und Schlaf gedacht werden kann, müssen noch die Vorbereitungen für den nächsten Tag gemacht werden. Und wenn man dann (ist wirklich gestern so passiert) mit dem Dudelsack um 5:15 Uhr seine Runde im Camp dreht, ist es mit der ordentlichen Erholung sowieso vorbei!

Das Cape Epic lebt von diesen Teilnehmern. Sie bringen leben in das Rennen. Denn der Anteil der Spitzenfahrer macht nur ein sehr sehr kleiner Teil des gesamten Teilnehmerfeldes aus. Die SCOTT-SRAM Old Dudes hatte heute Spass und Erfolg auf den Trails und wurden 6. In der Masters-Kategorie. Heute war auch ein super Tag, weil die Strecke den größten Single Trail Anteil bisher hatte. Was wir, und wahrscheinlich jeder andere Mountainbiker auch, besonders lieben.

Morgen ist schon die Schlussetappe und schon bald können wir unsere kurzen Radhosen und Trikots wieder für eine Weile im Schrank verstauen.

Grüsse von unterwegs und ich wünsche einen schönen Tag!

Dein OCHSNER SPORT Coach


Etappe 7 - Das Finale

Es ist eine verrückte Welt, ab dem vierten Tag sind die meisten Teilnehmer so kaputt, dass man sich die Schluss Etappe herbei sehnt. Doch hey, wir haben uns gut auf dieses harte Etappenrennen vorbereitet. Viel Geld in Material und Teilnahmegebühren investiert. Sogar Ferientage sind dafür draufgegangen. Und jetzt möchten wir, dass das möglichst schnell vorbei ist? Das kann doch nicht sein?!

Die „Wiederholungstäter“ haben es einfacher, denn sie haben schon einmal erfahren, dass sie das Cape Epic beenden können. Doch für die „Frischlinge" werden die Selbstzweifel jeden Tag grösser, diese Tortur bestehen zu können. Doch wir können alle viel mehr leisten, als wir uns zutrauen! Im heutigen Zeitalten werden diese Reserven gar nicht mehr gebraucht. An einem Event wie dem Cape Epic wird das transparent und von vielen Teilnehmern erfahren. Auch wenn die Beine noch so schmerzen. Der Wille siegt und die Beine „drehen“ bis am Schluss.
 Darum ist die Zieleinfahrt auch so emotional.

Weil man so leiden musste.

Man liegt sich in den Armen und auch mir sind einige Tränen aus den Augen gekullert vor Freude. Es war sehr Emotional und einfach eine unvergessliche Woche! Ich musste mich viel Quälen um jeden Tag das hohe Tempo mithalten zu können. Heute, wo in meinen Beine längst schlapp machen müssten, habe ich noch einmal alles rausgeholt. Das war unsere schnellste Etappe.

Der 6. Rang in der heutigen Etappe brachte uns auch den 6. Schlussrang in der Masters-Kategorie ein. Im Gesamtklassement wurden wir 43. Auch für Frischi war es ein versöhnlicher Abschluss die „Leftovers“ sind nach dem Ausstieg der beiden Topteams souverän ins Ziel gekommen. :)


Geschafft!