Die Meillards

Im Schweizer Skizirkus hält man zusammen und lernt voneinander. Didier Défago, der 2011 seine Profikarriere beendet hat, ist für die aktiven Fahrer und den Nachwuchs ein wichtiger Ratgeber, und mit seiner fröhlichen Art findet er immer aufmunternde Worte, wenn's mal harzig läuft. Für OCHSNER SPORT wird er zum rasenden Reporter.

Das Geschwisterpaar Mélanie (20) und Loïc (22) Meillard hat sich erstmals für die Olympischen Spiele qualifiziert. Kurz vorher verletzte sich Mélanie. Beide haben grosse Ziele für die Zukunft.

D: Was empfindet ihr dabei, dass ihr den Vertrag mit OCHSNER SPORT für 4 weitere Jahre verlängern könnt?

L: OCHSNER war unser erster Sponsor. Mit ihnen haben wir angefangen, als wir die ersten FIS-Rennen fuhren. Dass wir jetzt für die nächsten vier Jahre weitermachen und wirklich beim Weltcup dabei sein können, geht mir sehr nahe und ist ein Beweis für das Vertrauen zwischen uns.

M: Natürlich, ist es grossartig wenn dich dein Sponsor trotz Verletzungszeit, weiterhin unterstützt. Das motiviert mich umso mehr, wieder auf die Skier zurückzukommen.

D: Du hast dir genau vor den Olympischen Spielen deine erste schwere Verletzung zugezogen. Was hast Du daraus gelernt?

M: Ich denke, die grösste Einsicht ist, auf meinen Körper zu hören. Manchmal hat man irgendwo leichte Schmerzen und sagt sich, das ist nicht schlimm und trainiert einfach weiter. Aber da muss ich besser meinem Gefühl vertrauen. Wenn ich Schmerzen habe, muss ich aufhören. Ich kenne meinen Körper und weiss, wann ich weitermachen kann und wann ich aufhören sollte. Ich muss konsequenter sein.

D: Wie hast du die Zeit bis zur Genesung genutzt? Hattest du auch schöne Momente?

M: Ich hatte ein intensives Trainingsprogramm mit Reha, Physio und Fitness. Aber habe es auch einfach genossen, andere schöne Dinge zu unternehmen. Ich bin mit Freunden ausgegangen konnte all das tun, wozu ich sonst im Sommer nie wirklich Zeit hatte.

D: Wo nimmst du die Energie her, trotz Rückschlägen dein hohes Fitness-Level wieder zu erreichen?

M: Ich war sofort nach der Verletzung super motiviert, wieder auf die Ski zu kommen. Einfach weil Ski fahren für mich eine grosse Freude ist. Auf den Ski zu stehen, zu trainieren und Rennen zu fahren.

D: Was hat dir am meisten gefehlt?

M: Das Adrenalin! Du hast Lust zurückzukommen um die Ergebnisse zu fahren, die du letztes Jahr gehabt hast.

D: Auf jeden Fall solltet ihr das Adrenalin noch geniessen. (Lachen) Das wird euch später bestimmt sehr fehlen. Loïc, wie hast du die Stimmung bei deinen ersten Olympischen Spielen in Pyeongchang erlebt? Was nimmst du mit für deine Zukunft?

L: Es war etwas ganz Besonderes. Man ist inmitten all dieser anderen Sportarten, gemeinsam mit anderen, die man normalerweise nicht trifft. Es war eine Herausforderung sich auf ein so grosses Ereignis mit so hohen Erwartungen einzustellen, sich auf das Rennen vorzubereiten und alles was einen umgibt, auszublenden. Ich möchte mich nicht von den Erwartungen des Publikums und der Medien einschüchtern lassen. Letztendlich ist es bei jedem Rennen dasselbe. Wenn man auf der Piste ist, muss man einfach ganz schnell nach unten fahren.

D: Welche Verbesserungen strebst Du seit deiner Rückkehr an?

L: Ich möchte mich nicht von meinen Gedanken ablenken lassen, die behindern mich manchmal in meiner Konzentration. Ich möchte alle störenden Gedanken ausblenden können, um mich voll zu fokussieren.

D: Die Saison 2018/19 steht bevor. Was sind Eure Ziele?

M: Für mich ist es das grösste Ziel, zurück auf die Skier zu kommen. Danach werden wir sehen, wie es läuft. (Lacht)

L: Ich möchte an die Fortschritte der letzten Saison anknüpfen und um einige Plätze in der internationalen Rangliste weiterkommen, um mich wirklich einem ersten Podium zu nähern.

D: Und wie geht ihr die WM in Schweden an?

L: Ich denke, dass wir auf jeden Fall sicherer und selbstbewusster sein werden als in den letzten zwei Jahren. St. Moritz waren unsere ersten Weltmeisterschaften. Zudem noch hier im Land. (Lachen)

M: Zu Hause zu fahren, heisst nicht unbedingt, dass es leichter war, etwas zu erreichen. wir hatten die Weltmeisterschaften zu Hause und Loic die Olympischen Spiele in der Tasche. Ich denke, das wird uns dabei helfen, uns besser auf das Ereignis einzustellen und wirklich 100 % geben zu können.

D: Vielen Dank. Ich kann euch nur noch eine tolle Saison wünschen und dass ihr eure Ziele erreicht. Mélanie, dir wünsche ich, dass du wieder super fit einsteigst.

M & L: Vielen Dank.

 


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